
Ehemalige Synagoge
Ichenhausen
Haus der Begegnung 
Text der Tonbildschau
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1: Sternenhimmel (Stern in der Mitte)
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2: Sternenhimmel
Bild 2 a: Titel Bild
2 b - f: Impressum
Teil
1
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3: Türe
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4: Alte Kirche (Gemäldeausschnitt)
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5: Berchtold von Rot
(gestorben 1560)
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6: Titelbild der Tora
(1543-1545)
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7: Jüdischer Friedhof
Ichenhausen
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8: Marktvereinigung
(Gemälde ohne Rahmen)
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9: Synagoge (Außenaufnahmen)
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10: Kolleffelplan
Bild 10 a: Kolleffelplan (Ausschnitt Markt)
Bild 10 b: Ausschnitt Judenhäuser
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11: Marktplatz
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11 a: Marktplatz (Ausschnitt: Juden mit Spitzhut)
Juden
wurden vielfach in Berufe abgedrängt, die bei den Christen unbeliebt oder
verboten waren: Geldverleiher, Pfandleiher, Hausierer oder Kesselflicker. Die
Möglichkeit, Grund zu erwerben, war für sie lange Zeit eingeschränkt. Im
19. Jahrhundert konnten Juden auch Berufe ergreifen, die bislang Christen
vorbehalten waren.
So erzählt die Geschichte vom Apotheker Samuel Schwab, vom Arzt Dr. Aub,
von Lehrern und anderen sehr angesehenen jüdischen Bürgern Ichenhausens.
Christen und Juden kamen hier gut miteinander aus.
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12: Marktstraße heute
Bild 12 a: Marktstraße
nach 1900
Bild 12 b: Markstraße früher (Sulzer)
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13: Synagogentüre alt
Bild 14: Synagoge alt, innen
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15: Toraschrein prächtig
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16: Tora im Mantel
David: Die Tora besteht aus den fünf
Büchern Mose, bei euch der erste Teil des Alten Testaments. Darin steht
geschrieben, was Gott uns durch Moses verkündet hat.
Anna: Dann ist also die Tora ein Teil
unserer Bibel.
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16 a: Tora und Bibel
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17: Offene Torarolle mit Leser und Zeigestab
David: Nein, an jedem Sabbath liest
ein Vorbeter aus unserer Gemeinde einen bestimmten Abschnitt aus der Tora vor.
Das ist eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Die Torarolle ist mit der Hand
geschrieben und gilt als heilig. Niemand darf sie berühren. Ein anderer Gläubiger
weist mit dem Torazeiger auf die jeweilige Stelle. Unser Rabbiner übt nur
teilweise die gleichen Funktionen aus wie euer Pfarrer.
Anna: Wieso?
David: Er achtet auf die
Einhaltung der Glaubensvorschriften und ist somit das religiöse Oberhaupt
der Gemeinde.
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17 a: Tora und Zeigestab
David: Nein, aber in drei Monaten werde
ich dreizehn. Dann feiere ich Bar Mizwah, das heißt, ich werde religionsmündig.
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18: Junge, der erstmals aus der Tora liest
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19: Beschneidungsstuhl
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20: Beschneidung
Anna: Und die Mädchen?
David: Ihr erhaltet euren Namen meist
am ersten Sabbath nach der Geburt in der Synagoge.
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21: Menora
David: Ja, er heißt Menora und ist
ein wichtiges Zeichen, ein Symbol unserer Religion.
Anna: Wann werden denn die Kerzen
angezündet?
David: Bei jedem Gottesdienst und natürlich
bei unseren Festen.
Anna: Gibt es bei euch auch so etwas
wie unser Ostern oder Pfingsten?
David: Klar! Den Versöhnungstag, Jom
Kippur. Den werdet ihr Christen am besten kennen, weil ihr den
Vorabendgottesdienst hier in Ichenhausen mit uns gemeinsam feiert.
Anna: Ja, ich bin auch schon mal an
dem Fest auf den Balustraden gesessen.
David: Dieses Fest ist der Höhepunkt
von 10 Bußtagen. Egal, was der Mensch an Fehlern oder Irrtümern begangen
hat, wenn er bereit ist, sich zu ändern, wird ihm verziehen.
Außerdem
feiern wir das Neujahrfest, das Laubhüttenfest, Purim, Passah oder Pessach
und das Wochenfest.
Passah
feiern wir zum Gedenken an die Befreiung unseres Volkes aus der ägyptischen
Gefangenschaft vor etwa 4000 Jahren.
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21 a: Juden in ägyptischer Gefangenschaft
Bild 22: Eine Familie sitzt am festlich gedeckten Tisch
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23: Sederschüssel
Der Vater und alle anderen antworten: „Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten.
Aber der Herr, unser Gott, führte uns heraus mit starker Hand.“
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24: Familie am Tisch mit Rolle
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25: Gitter
David: Sie dienen als Trennwände.
Früher war der Platz der Frauen in der Synagoge hinter den Männern, getrennt
durch einen Vorhang oder ein Gitter. Sie konnten aber auch auf der Empore
sitzen, wenn es eine gab. Die Männer
saßen vorne, lasen aus der Tora vor und beteten gemeinsam.
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25 a: Blick durch das Gitter
David: Nein! Die Trennung in der
Synagoge stammt aus uralter Zeit. Die Frauen waren bei uns schon immer
gleichberechtigt. Nur der gilt von Geburt an als Jude, der eine jüdische
Mutter hat. Daran erkennst du die Bedeutung der jüdischen Frau. Sie ist auch
für die Einhaltung der Speisegesetze verantwortlich.
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26: Speisegesetze (Talmud)
David: Das ist aber nur eine von
vielen solcher Vorschriften.
Überhaupt
ist unser ganzes Leben durch Gesetze geregelt, z. B. ...
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27: Synagoge
David: Wenn du Lust hast, zeige ich
dir ein andermal unseren Friedhof an der Krumbacher Straße.
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28a / 28 b/ 28 c/ 28 d: Jüdischer Friedhof
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29: Grabmal
Ein
Jahr später gab es in Ichenhausen keine jüdische Gemeinde mehr.
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30: Davidstern auf Grabmal
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31: Jude mit Davidstern
Sie durften bestimmte Berufe nicht mehr ausüben, kein öffentliches Theater oder Kino besuchen, keinen Führerschein erwerben und vieles mehr.
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32: Zeitungsmeldung vom 22.11.1939
„Juden
dürfen sich in der Öffentlichkeit an den Samstagen und Sonntagen überhaupt
nicht, an den sonstigen Wochentagen nicht nach fünf Uhr nachmittags
zeigen.“ Um gleich als solcher
erkannt zu werden, musste jeder Jude deutlich sichtbar den Davidstern als
Zeichen weiterer Diskriminierung
auf der Kleidung tragen.
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33: „Reichskristallnacht“
- Feuer
„Jüdische
Synagogen sind anzuzünden und jüdische Geschäfte und Wohnungen sind zu
zerstören!“
Dies
geschah in der sogenannten „Reichskristallnacht“, der „Nacht des
Verderbens“ vom 9. auf den 10. November 1938.
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34: Verwüstungen
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35: Juden wandern aus
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36: Lager
Nur
ganz wenige überlebten.
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37 a und
Bild 37 b: Feuerwehrhaus - Innenansicht
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38 a und Bild 38 b: Renovierung
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39: Ehemalige Synagoge bei der Einweihung
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40: Synagoge - Außenansicht
Bild 41: Türe offen mit Inschrift
„Durch diesen Eingang zu Gott sollen Rechtschaffene
und Ehrliche eintreten.“
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42: Stern
Musk: „Tochter Zion“

Informationen
zur Tonbildschau
der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG)
in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv,
der Stiftung ehemalige Synagoge und dem
Landratsamt Günzburg
Erstaufführung 1989 (seitdem ca. 15.500 Zuschauer)
– Inhaltliche und technische Überarbeitung 2002
1989
Autoren: Hermann Hornung, Karl Landherr (Idee und Projektleitung),
Joseph Reichensperger, Ursula und Herbert Seitz (Bilder), Klaus Völker
(Produktion)
2002
Inhaltliche Überarbeitung: Prof. Dr. Georg Kreuzer, Karl Landherr,
Angela Rausch -
Koordination: Klaus Seybold
- Sprecher: Eberhard Neubronner, Johanna
Eberhardt, Dominik Fabinger Bilder: Herbert Seitz, Reisensburg
- Produktion, Musik
und Technik: Klaus Völker, Ichenhausen
Dauer
der TBS: 20 Min – Projektion auf Großleinwand in der ehemaligen Synagoge
Weitere Medien zur TBS:
Infoblatt für Lehrkräfte zur Erkundung – Arbeitsblatt für Schüler ab der
4. Jgst. Farbfoliensatz – Videokassette und CD-ROM der TBS (Texte und Bilder
auch im Internet unter www.keg-schwaben.de
und unter www.landkreis-guenzburg.de
Bestellung der Medien beim
Landratsamt 89312 GZ (Herr Seybold, Tel. 08221/95-158 Fax: 95- 440)